25.08.2017

FuckUp Night am 7.09. in Münster

„Jeder wird Fehler machen, schwerwiegende Fehler“, ist sich Johannes Benz sicher. Er war 2012 einer der Gründer des Startups „Cleap“, das eine App entwickelte zum Bezahlen mit dem Mobiltelefon. Cleap startete zuerst durch und scheiterte nur neun Monate später spektakulär. „Wir haben die ganz normalen Anfängerfehler gemacht“, weiß Johannes Benz heute. Fehler, vor denen er andere warnen will. Deswegen erzählt er bei der ersten „FuckUp Night“ in Münster von seinen Erfahrungen. Die findet statt am 7. September ab 19 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr) im Theatercafé, Neubrückenstraße 63.

Bei FuckUp Nights erzählen Unternehmer humorvoll und informativ vom Scheitern, welche Fehler sie gemacht haben und wie sie wieder auf die Beine gekommen sind. Das Ziel: Anderen zeigen, dass Scheitern keine Schande ist. So sollen die Teilnehmer ermutigt werden, trotz der Risiken unternehmerisch tätig zu werden.

FuckUp Nights gibt es in 250 Städten in 80 Ländern. Bei der ersten FuckUp Night in Münster werden neben Johannes Benz auch Jonas und Benjamin Heeke sowie Alfred Reimann ihre Geschichten erzählen.

Jonas und Benjamin Heeke haben Mitte 2014 ihr Unternehmen „Liquid Spot“ verkauft, eine mobile Cocktailbar in Münster. Es war kein Scheitern im wirtschaftlichen Sinn, erzählt Jonas Heeke: „Es war ein persönlicher Fuckup. Wir haben sieben Jahre extrem reingehauen, waren voll in der Gewinnzone. Aber wir haben gemerkt: Das ist eigentlich nichts für uns. Es hätte uns kaputt gemacht.“ Inzwischen haben die beiden in Münster die Firma liba Getränke gegründet. Das produziert und vermarktet Cola und Limonaden.

Alfred Reimann wurde als Manager des Schlagersängers Matthias Reim bekannt. Doch er war auch Eigentümer von mehr als 30 Unternehmen, und er war Millionär. Doch er verlor sein Vermögen bei Immobiliendeals in Ostdeutschland, überwarf sich mit Matthias Reim und wurde von verschiedenen Geschäftspartnern ausgebootet. „Die Leute bescheißen einen nur, wenn es gut läuft“, ist er sich sicher. Aber er ist über diese Erfahrungen nicht verbittert, sondern hat eine eigene Philosophie entwickelt, durch die er zufriedener ist als je zuvor.

Auch Johannes Benz ist wieder auf die Beine gekommen, er ist Geschäftsführer der Firma Raidboxes in Münster, die seit drei Jahren ein spezialisiertes WordPress-Hosting anbietet. Aus seinen Fehlern hat er gelernt. Und wenn er zurückblickt zieht er ein positives Fazit: „Es war super frustrierend und wir mussten über einen längeren Zeitraum Drek fressen – aber es lohnt sich am Ende.“

Besucher können sich unter www.fuckupnights-muenster.de für das Event anmelden. Die ersten Tickets sind kostenlos, alle weiteren sind für fünf Euro erhältlich.

Gründergeist@Münsterland ist einer von vielen Unterstützern des Events.